email from Frank Teller, historian at Johanngeorgenstadt:

From: F. Teller [Frank.Teller@t-online.de]
Sent: Sunday, April 11, 1999 9:07 AM
To: Loren P Meissner
Subject: Re: More Informations

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Loren P Meissner
An: F. Teller <Frank.Teller@t-online.de>
Datum: Sonntag, 4. April 1999 02:38
Betreff: RE: More Informations

> I am interested in the reference "erbittet am 24.2.1652 Privileg für sein Haus am Fastenberg" based on Johann Christian Engelschall: Chronik (Leipzig, 1723)

This information you can find in the booklet "Die Gründungsgeschichte von Johanngeorgenstadt" by Dr. Friedrich Francke (1854). [See also FAM quotation at Johanngeorgenstadt history page.]

Ursprünglich nämlich standen schon seit dem 16. Jahrhundert zwei Waldhäuslein auf dem Fastenberge, wie aus einem Gesuche erhellt, das Caspar Clauß(*) und Christoph Meichßner am 24. Februar 1652 an den Churfürsten richteten. Darin heißt es: "ihre Großeltern, Bergleute, hätten sich voriger Zeit nechst an die böhmische Grenze uffn Fastenbergk am Breitenbach gelegen gemachet, ihr Bergkwergk zur selbiger Zeit getrieben und zwei Zechenstüblein zum Aufenthalte bei wehrender Arbeit erbauet, nachmals sich ganz da zu wohnen begeben, auch zu Erhaltung ein wenig Viehes von dem damaligen Oberförster zu Burckhardtsgrün, Hanß Günthern, eine gewisse Revier, gegen einen jährlichen Laßzins, auch Entrichtung Geist- und Weltlicher Obrigkeit. Gebürhniß ins Städtlein Eybenstock abgestattet, eingeräumt erhalten." Sie wollten nun in diesen von ihren Eltern ererbten Waldhäuslein wohnen bleiben, müßten sie aber von Neuem aufbauen, und bäten Befehl zu geben, daß ihnen solche Häuslein und Laßräumlein, "weil an solchen ortten ohne daß nichts denn Stöck aus zu rotten, gruben undt hügel eben zu machen seindt, auch kein Körel getreyde alda geseet noch reiff werden kann," gegen einen erträglichen Erbzinß erblich eingeräumt, auch das Bauholz ohne Waldzinß gewährt werde. Übrigens bewilligte ein churf. Befehl d.d. Dreßden 2. Martii 1652 das Erbetene.

(*) Engelschall hat den Namen Caspar Bernd.

The granting of the petition of Christoph Meichßner and Caspar Bernd was the mentioned "Privileg".

In the Chronicle of Johann Christian Engellschall we learn more about this. Meichßner und Bernd had to pay their taxes to the county of Schwarzenberg. But after the arrival of the Exulants on the Fastenberg, they acted like Exulants themselves. Both of them signed the petition (2 Dec 1654) of the Exulants to the saxon Elector Johann Georg I, althoug they didn´t came from Bohemia.

On the 22 nd of September 1654 Christoph Meichßner took the oath of a citizen of Johanngeorgenstadt like the other Exulants. Later he didn´t pay his taxes to the county of Schwarzenberg. Real Exulants were tax-free for 23 years. The county-administrator (Amtsschösser) of Schwarzenberg brought an action against him to the Elector (06/12/1668). But Johann Georg II. dismissed this case. In this way Christoph Meichßner became an Exulant.

LPM Note: Compare the German version (above) with the following translated quotation from Friedrich Adolph Meissner [Letters written by Friedrich Adolph Meissner; <T233>] which is probably derived from Francke. There are some discrepancies.

"In the year 1650, the Emperor Ferdinand III expelled all his Lutheran subjects from his lands. On 24 Feb 1652 a petition signed by Kaspar Clauß [should be Caspar Bernd] and Christoph Meissner was sent to the Elector, saying, 'Our grandparents, miners, have built themselves cabins on the Fastenberg near the Bohemian border some time ago, to stay in while working. Later they settled there permanently. Also the forester of Burghartsgrün gave them some land on a yearly lease, to be used as pasture for a few head of cattle. They also paid civil and church taxes. Now we would like to take up residence in these cabins that we inherited from our parents, but we need to rebuild them first. We therefore beseech you to give the order that these cabins and pasture land which were given to them shall be granted to us as a hereditary possession, in return for a stipulated inheritance fee, and also that the lumber shall be granted without a fee.' These first eleven settlers on the Fastenberg were followed, on the cold winter night of Christmas 1653, by 39 other families from Platten, carrying all of their possessions on their backs."

> Freie Presse [1998], "Von Waldhaeuslern auf dem Fastenberg": I would like to see the text of this story if it is not too long.

The Freie Presse article,"Von Waldhaeuslern auf dem Fastenberg," discusses the early settlers (Meichsner and Berndt) on the Fastenberg. After the death of Georg Meichsner, his wife and children inherited his house on the Fastenberg. Christoph Meichsner bought this house from the other heirs on 6 May 1644 for 140 gulden. As partial payment for the share of the house that he bought from his brother Elias, on 17 Mar 1647 Christoph gave Elias a small plot of ground on the Fastenberg called "Schallern"*. In a petition [also signed by Caspar Berndt] on 24 Feb 1652, Christoph requested a tax exemption for this house from Elector Johann George I, confirmed 2 Mar 1652.

Von Waldhäuslern auf dem Fastenberg

Über die ersten Bewohner einen Gegend, in der man 1654 Johanngeorgenstadt gründete

Von unserem Mitarbeiter Jörg Brückner

Vor nunmehr 344 Jahren wurde Johanngeorgenstadt von böhmischen Exulanten auf tem sächsichen Fastenberg gegründet. Das soll Anlaß sein, aus Chroniken und Archivalien Näheres über die ursprünglichen Bewohner des dichtbewaldeten Berges zu berichten.

Wie Pfarrer Johann Christian Engelschall in seiner 1723 erschienen Chronik von Johanngeorgenstadt schreibt, gab es auf dem Fastenberg nicht mehr als zwei alte Berg- oder Waldhäuslein, deren Besitzer ein Bergwerk bauten. Doch wer waren deren Bewohner?

Aus einem Gesuch, daß Caspar Bernd und Christoph Meichsner am 24. Februar 1652 — also fast zwei Jahre vor der eigentlichen Stadtgründung — an den sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. richteten, geht u. a. hervor, daß ihre Großeltern Bergleute gewesen waren. Diese hatten nahe der böhmischen Grenze auf dem Fastengerg ein Bergwerk betrieben und zum Aufenthalt bei der Arbeit dort zwei Zechenstuben errichtet. Später hatten sich die Familien ihrer Großväter ganz dort angesiedelt. Zusätzlich war ihnen vom Oberförster von Burkhardtsgrün ein Revier zugewiesen worden, wo sie ihr Vieh halten konnten.

Bernd und Meichsner wollten nun offiziell in den von ihren Eltern ererbten Waldhäusern wohnen bleiben und diese baulich ernuerern. Weil aber in der Wildnis viele Baumstümfe auszuroden, Gruben und Hügel einzuebnen waren und aufgrund des rauhen Klimas kein Getreide reifte, baten sie den Kurfürsten um Überlassung von Bauholz ohne den üblichen Waldzins. Am 2. März 1652 gewährte Kurfürst Johann Georg I. diese Bitte.

Es gelang, über die Familien Bernd und Meichsner noch einige weitere Daten zu ermitteln.

Christoph Meichsner gehörte als Schneider der Zunft in Schwarzenberg an und arbeitete auf dem Hammerwerk Breitenbach. Das Waldhaus am Fastenberg hatte er nach dem Tod seines Vaters Georg von der Mutter und den Geschwisterm am 6. Mai 164 für 140 Gulden abgekauft. Jedoch war er nicht in der Lage, die volle Kaufsumme auf einmal zu zahlen. So gab er seinem Bruder Elias am 17. März 1647 ein Grundstück, in den Akten heißt es „einen Raum, der Schallern gewest". Nach dem früheren Grundstücksbesitzer, wohl gleichzusetzen mit dem sagenhaften Fundgrübner Wolf Schaller aus Platten, wurde bei der Gründung Johanngeorgenstadts die heutige Untere Gasse „Schallergassë" benannt.

Der zweite Bewohner des Fastenberges, Caspar Bernd, lebte von 1591 bis 1679. Er war Holzfäller von Beruf und hatte im Jahre 1625 Barbara Meichsner, die Cousine seines Nachbarn Christoph Meichsner, geheiratet. Das Haus am Fastenberg hatte er 1638 der Schwiegermutter abgekauft, die er sechs Jahre pflegte und versorgte. Seine Frau Barbara betätigte sich fast fünf Jahrzehnte als Hebamme, half etwa 2600 Johanngeorgenstädtern, das Licht der Welt zu erblicken. So hat sie sich einen besonderen Platz in der städtischen Geschichte verdient. Nach arbeitsreichem Leben starb sie im Januar 1692 im greisen Alter von 92 Jahren.

Zu diesen zwei Waldhäusern gesellte sich ab 1651 am Fuße des Fastenberges am Unterlauf des Breitenbaches die Mahlmühle des aus Platten stammenden Exulanten Matthäus Weigel. Oberhalb dieser Mühle errichteten sich die beiden Plattener Bergleute Johann Poppenberger und Melchoir Jorback zwei Häuser. Dazu hatten sie am 12. Mai 1652 vom Sächsichen Kurfürsten die Genehmigung erhalten.

Somit war der Anfang zu einer größeren Siedlung also bereits vor 1654 gemacht worden. Knapp zwei Jahre später ließ sich dann der größte Teil der Exulanten aus dem böhmischen Platten hier auf sächsicher Seite nieder und gründete Johanngeorgenstadt.


> Also the text of the 24 Feb1652 petition if it is quoted anywhere.

Sorry. I don´t know the original source of the petition and of the "Privileg".

Frank

* Frank Teller adds that there is still a lane at the bottom of the old part of town called Schallergasse. "An old legend tells of a rich mine-owner named Schaller who was beheaded although he was innocent. On foggy nights, you can see him as a headless horseman, carrying his head under his arm." Actually there was a mine-owner, Wolff Schaller in Platten (which belonged to Saxony before 1546). Schaller protested against a new mining order made by the Elector Johann Friedrich and stirred up trouble, so he was banished from Saxony in 1536.

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